Was ChatGPT über Petra Weber weiß und was dabei fehlt

Ich hätte nicht gedacht, dass eine spontane Idee aus einem Webinar so viel bei mir auslöst.

Wie Petra Weber durch ein Webinar auf eine unerwartete Idee kam

Neulich habe ich an einem Webinar „SEO und KI für Selbständige“ mit Carolin Besting und Kathrin Dielmann teilgenommen.

Einer ihrer Impulse hat bei mir sofort etwas ausgelöst: Frag doch mal ChatGPT, was es über dich weiß.

Ich war neugierig. Und ehrlich gesagt auch ein bisschen gespannt.

Denn ich bin Petra Weber. Ich begleite seit vielen Jahren Eltern von Vorschul- und Grundschulkindern. Ich habe ein eigenes SchulFit-Konzept entwickelt, schreibe regelmäßig zu Themen wie Lernen im Alltag, Wahrnehmung, Schulreife. Ich gebe Kurse, Workshops, Checklisten an die Hand und begleite Familien in Entwicklungsprozessen. Ich bin Fachlehrerin für Mathematik und Deutsch im Quereinstieg, Lerncoach, Dyskalkulie- und Legasthenietrainerin. Und ich bin Mutter.

Also dachte ich: Mal sehen, was ChatGPT über mich weiß.

Was ChatGPT über Petra Weber richtig erkannt hat

Ich war ehrlich beeindruckt. ChatGPT hat viel von dem erfasst, was meine Arbeit ausmacht.

Zum Beispiel:

  • Dass mein Ansatz nicht mit Druck beginnt, sondern mit Beziehung, Bewegung und Vertrauen
  • Dass ich Eltern begleite und ihnen Wege zeige, wie sie ihren Familienalltag so gestalten können, dass Entwicklung überhaupt möglich wird
  • Dass ich Schulreife nicht als festen Zustand sehe, sondern als Prozess. Einer, der sich im Alltag zeigt: durch kleine Aufgaben, durch Selbstständigkeit, durch die Art, wie ein Kind sich bewegt, wahrnimmt, in Beziehung geht
  • Dass ich sieben Schulfit-Faktoren herausgearbeitet habe und eine Checkliste erstellt habe, die Eltern Orientierung gibt

An diesen Stellen habe ich innerlich genickt. Das hat die KI gut erfasst.

Was ChatGPT über meine Fachartikel nicht gefunden hat

Dann kam ein Satz, der mich ins Grübeln brachte:

Ich konnte allerdings keine wissenschaftlichen Publikationen, zum Beispiel in Fachzeitschriften, finden, die ihren Ansatz ausdrücklich evaluieren oder empirisch absichern.

Da saß ich kurz da und dachte: Moment mal.

Denn ich habe sehr wohl Fachartikel veröffentlicht.

2014 erschien ein Artikel von mir im Fachmagazin Kinesiologie bewegt, herausgegeben vom Berufsverband der Kinesiologen.
Ein weiterer Artikel folgte 2016 im Magazin spa highlights, Ausgabe 04/2016.

In beiden Texten geht es um meine praktische Arbeit mit Kindern und Eltern, um die Verbindung von körperlicher, emotionaler und kognitiver Entwicklung. Im Artikel von 2014 lag der Fokus auf meiner Arbeit mit Schulkindern und auf der Frage, warum es vielen von ihnen damals schon schwerfiel, sich im Schulalltag zurechtzufinden.

Im spa highlights-Artikel habe ich gezeigt, wie durch gezielte Bewegungsimpulse und alltagsnahe Lernangebote das Fundament für erfolgreiches schulisches Lernen gelegt werden kann und warum genau das auch Eltern stärkt. Denn sie sind es, die Kindern im Alltag immer wieder Entwicklungsspielräume schaffen können.

Denn viele Kinder bringen heute nicht mehr selbstverständlich die Fähigkeiten und Fertigkeiten mit, die schulisches Lernen überhaupt erst ermöglichen. Genau deshalb habe ich begonnen, meine Arbeit immer stärker auf die Schulfähigkeit zu fokussieren, um Kinder frühzeitig zu unterstützen und Eltern einen guten Einstieg in diese wichtige Phase zu ermöglichen.

Wenn Sie neugierig sind: hier können Sie beide Fachartikel nachlesen:

Fachartikel in Kinesiologie bewegt (2014) als PDF öffnen

Beitrag in spa highlights 04/2016 als PDF öffnen

Dass ChatGPT diese Artikel nicht kennt, liegt vermutlich daran, dass sie keinen DOI haben, nicht in großen Magazinen oder wissenschaftlichen Fachverlagen erschienen sind und deshalb in gängigen Datenbanken bislang nicht auftauchen. Sie existieren. Sie wirken. Aber sie sind für KI-Systeme und Suchmaschinen bisher nicht sichtbar gewesen.
Jetzt habe ich sie auf meiner Website verlinkt, damit sie genau das werden: sichtbarer.

Was zählt eigentlich als Fachlichkeit?

Dieser Satz hat mich zum Nachdenken gebracht.
Nicht, weil ich mich infrage gestellt fühlte, sondern weil ich gemerkt habe: Es gibt offenbar bestimmte Maßstäbe dafür, was als fachlich gilt. Und meine Arbeit taucht dort bisher nicht auf.

Diese Erfahrung hat bei mir eine Frage aufgeworfen, die mich seither nicht mehr loslässt:

Was genau gilt heute eigentlich als fachlich?

Reicht es, dass etwas wirkt, weil es auf Wissen, Erfahrung und täglicher Praxis basiert?
Oder braucht es offizielle Studien, DOI-Nummern und Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachverlagen, um als fundiert zu gelten?

Ich arbeite mit Kindern und Eltern. Ich begleite sie über Monate, manchmal über Jahre.
Ich sehe, wie aus Unsicherheit Vertrauen wird. Wie Kinder sich entfalten, wenn sie nicht bewertet, sondern gesehen werden. Wie Lernen entsteht, wenn sich etwas setzen darf.

Das ist keine Theorie. Das ist gelebte Praxis.
Und doch ist sie, zumindest online, oft nicht sichtbar.

Was ich aus dem ChatGPT-Experiment mitnehme

ChatGPT hat viel richtig erfasst. Aber eben nicht alles.

Und das ist genau der Punkt: Meine Arbeit ist nicht automatisch sichtbar. Auch dann nicht, wenn sie Hand und Fuß hat. Auch dann nicht, wenn sie wirkt. Und auch dann nicht, wenn sie auf Fachwissen basiert.

Ich glaube, es ist an der Zeit, dass wir unsere Fachlichkeit selbst sichtbarer machen. Nicht lauter. Nicht greller. Sondern klarer.

Vielleicht fange ich genau damit an. Indem ich meine Fachartikel nach außen hole. Indem ich beschreibe, wie ich arbeite. Und warum.

Weil es wichtig ist, dass Fachlichkeit nicht nur dort wahrgenommen wird, wo sie mit Fußnoten versehen ist. Sondern auch dort, wo sie wirklich etwas verändert.

Was ich daraus für mich mitnehme

Diese Erfahrung hat bei mir etwas angestoßen.

Ich glaube, es ist an der Zeit, meine Fachlichkeit noch sichtbarer zu machen, nicht nur durch Blogartikel, Checklisten oder Workshops, sondern vielleicht auch durch eine Veröffentlichung in einer anerkannten Fachzeitschrift.

Nicht, um mich zu beweisen. Sondern weil ich überzeugt bin: Was ich in der täglichen Arbeit mit Familien sehe, sollte auch dort gehört werden, wo über Bildung, Entwicklung und Förderung diskutiert wird.