Lernfrust in der Grundschule – wenn Lernen schwerfällt
Manchmal zeigen Kinder in der Schule von Anfang an, dass sie nicht in den Fluss kommen. Sie wirken unruhig, lassen sich leicht ablenken oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Für Eltern ist das eine herausfordernde Zeit: Man macht sich Sorgen, zweifelt und fragt sich, was das eigene Kind braucht.
So war es auch bei S., die mit ihrem Kind zu mir kam. Ihre Schilderung war eindrücklich – und gleichzeitig typisch für viele Mütter, die sich bei mir melden, wenn Lernprobleme oder Konzentrationsprobleme in der Grundschule auftreten.
Die Sicht der Mutter: „Das hat für unseren Sohn alles verändert“
Erfahrungsbericht der Mutter S. Sch.:
Ende des dritten Schuljahres (Juli 2019) haben wir uns mit dem anstehenden Wechsel auf die weiterführende Schule beschäftigt. Wir waren sehr unsicher, ob unser Sohn die Anforderungen am Gymnasium packen würde und ob wir ihm damit wirklich einen Gefallen tun.
Die Hausaufgaben zu Hause waren unordentlich. Er unterbrach seine Arbeit häufig, die Rechtschreibung war willkürlich, längere Konzentrationsphasen waren selten, und er wollte keine Unterstützung annehmen. Die Lehrer meldeten zurück, dass er zwar mitmacht, wenn ihn das Thema interessiert, ansonsten aber abgelenkt ist, zum Fenster hinausschaut, zappelt und andere stört. Unser Sohn fühlte sich von seiner Klassenlehrerin unter Druck gesetzt und ging nicht mehr gern zur Schule.
Wir haben einen Termin mit Petra Weber vereinbart. Sie hat ihn kinesiologisch getestet und uns genau erklärt, was sie dabei tut. Unter anderem hat sie ein Grunddominanzprofil erstellt und konnte unserem Sohn auf den Kopf zusagen, dass er unter Stress nichts mehr sieht, zum Beispiel keine Rechtschreibfehler mehr erkennt. Das verblüffte Gesicht unseres Sohnes sehe ich heute noch vor mir. Petra Weber zeigte ihm zwei einfache Brain-Gym-Übungen, die er einige Tage lang regelmäßig gemacht hat.
Anmerkung von mir: Ich habe es ihm nicht „auf den Kopf zugesagt“. Sein Grunddominanzprofil zeigt jedoch, dass seine dominante Gehirnhälfte und sein dominantes Auge auf derselben Seite liegen. Das bedeutet: Bei Stress ist der Nahfokus eingeschränkt. Ich habe ihn damals vermutlich gefragt: „Kann es sein, dass du dir unter Stress keine Informationen aus Texten merken kannst und keine Fehler siehst?“ Für mich war spannend, wie verstanden sich das Kind gefühlt hat und was es daraus gemacht hat.
Außerdem wurde deutlich, dass er mit einem Fluchtreflex reagiert, wenn er sich von der Lehrerin unter Druck gesetzt fühlt. Das zeigte sich beispielsweise bei Aufforderungen wie: „Mach mal schneller! Konzentrier dich doch mal! Jetzt sitz doch mal still!“ Er bestätigte, dass er in solchen Momenten immer das Bedürfnis hatte, zum Fenster zu laufen oder auf die Toilette zu gehen. Gemeinsam fanden wir heraus, dass ein anderer Sitzplatz im Klassenraum ihm helfen würde, konzentrierter zu arbeiten.
Anmerkung von mir: Stress, Druck und Frustration lösen bei jedem Menschen einen Reflex aus. Manche erstarren, andere wollen flüchten, wieder andere kämpfen – entweder mit der Aufgabe oder mit ihrem Umfeld. Dieses Reaktionsmuster stammt aus dem Hirnstamm und begegnet uns nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag, im Beruf und in der Familie. Wenn wir das verstehen, können wir Kinder gezielter begleiten.
Ich habe anschließend mit der Klassenlehrerin über die Ergebnisse und unsere Aha-Momente gesprochen. Sie war verblüfft, aber auch interessiert. Sie setzte unseren Sohn im Klassenraum gezielt um und ging unter anderem darauf ein, dass er konzentrierter arbeiten kann, wenn er nicht zu ihr schaut, sondern zum Fenster. So konnte er Informationen besser über das Hören statt über das Sehen aufnehmen.
In den folgenden Wochen zeigten sich schrittweise Veränderungen:
– Er erledigte die Hausaufgaben ruhiger und konzentrierter.
– Seine Handschrift wurde deutlich besser lesbar.
– Auch die Rechtschreibung verbesserte sich.
– Er ließ sich bei den Hausaufgaben helfen und wehrte sich nicht mehr gegen Hinweise auf Fehler.
– Er erlebte die Lehrerin als entspannter und ging wieder lieber zur Schule.
– Er erkannte, dass er anders lernen muss als seine Schwester, die viel über das Lesen aufnimmt.
– Er verstand, wie wichtig Bewegung für ihn ist, um anschließend konzentriert zu arbeiten.
– Er bekam zunehmend positive Rückmeldungen von den Lehrkräften.
– Er wurde für seine Anstrengungen belohnt.
– Er entwickelte Ehrgeiz, weil er unbedingt aufs Gymnasium wollte.Die Klassenlehrerin bestätigte schließlich, dass unser Sohn große Fortschritte gemacht hat. Er war im Unterricht deutlich ruhiger und konzentrierter. Seine Noten verbesserten sich im Schnitt um fast eine ganze Note. Mit dem Halbjahreszeugnis erhielt er eine eingeschränkte Gymnasialempfehlung.
Wir sind Petra Weber sehr dankbar. Rückblickend sind wir überzeugt, dass diese drei Termine entscheidend für den weiteren schulischen Weg unseres Sohnes waren. Sie hat nicht nur ihm geholfen, sondern auch uns mit Klarheit, Sicherheit und dem Mut, ihn seinen eigenen Weg gehen zu lassen. Heute besucht unser Sohn die neunte Klasse eines Gymnasiums und kommt gut zurecht.
Erste Schritte im Lerncoaching
Im Coaching habe ich gemeinsam mit der Mutter und ihrem Kind die Situation genau angeschaut. Im kinesiologischen Test ergaben sich Hinweise auf eine Grunddominanz, die im Alltag Schwierigkeiten machte. Stressreaktionen spielten ebenfalls eine Rolle.
Der Muskeltest macht sichtbar, was im Verborgenen im Körper wirkt, wo Stress oder Blockaden das Lernen bremsen. Man kann ihn sich vorstellen wie einen Übersetzer des Unterbewusstseins: Er zeigt, was im Moment gerade hinderlich ist und welche Übungen helfen können, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Wir haben anschließend einfache Übungen eingeführt, die dem Kind halfen, sich zu ordnen und ruhiger zu werden. Dazu gehörten kleine Bewegungsimpulse und Konzentrationsübungen. Parallel habe ich mit der Mutter und dem Kind besprochen, wie sie zu Hause eine entspanntere Lernatmosphäre schaffen kann.
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Wie sich Lernprobleme in der Grundschule verändern können
Nach kurzer Zeit zeigte sich eine spürbare Veränderung:
- Die Hausaufgaben gingen leichter von der Hand.
- Das Kind blieb länger bei einer Aufgabe.
- Die Stimmung in der Familie wurde ruhiger.
Auch in der Schule bemerkte die Lehrerin Fortschritte. Rechtschreibung und Konzentration verbesserten sich. Die Mutter berichtete mir, dass ihr Kind weniger unter Druck stand und sogar wieder Spaß am Lernen entdeckte.
Was wir daraus lernen können
Wenn Lernen nicht gelingt, liegt die Ursache nicht immer in mangelndem Können oder fehlender Motivation. Oft sind es Stressmuster, Wahrnehmungsbesonderheiten oder fehlenden Lernstrategien, die Kinder ausbremsen. Im Lerncoaching geht es darum, diese Muster zu erkennen und mit gezielten Übungen zu verändern: immer angepasst an das einzelne Kind.
Was Lerncoaching kann und warum Apps & KI es nicht ersetzen
Viele Eltern haben schon alles ausprobiert: Lernvideos, Online-Tipps, ChatGPT oder Lern-Apps. Und tatsächlich – diese Hilfen können sehr nützlich sein. Sie machen das Wiederholen leichter, besonders bei Faktenwissen wie Vokabeln oder Matheformeln.
Doch wenn ein Kind immer wieder Frust erlebt, sich nicht konzentrieren kann oder Blockaden zeigt, stoßen Apps und Programme an ihre Grenzen. Denn sie nehmen das Kind nicht als Ganzes wahr – mit seinen Gefühlen, seinem Körper und seinen Stressmustern.
Genau hier setzt mein Lerncoaching an. Es macht sichtbar, was im Verborgenen wirkt, und zeigt Wege, wie Kinder wieder ins Gleichgewicht kommen. So entsteht ein Lernen, das nicht nur im Kopf passiert, sondern im ganzen Menschen.
Rechtlicher Hinweis zur begleitenden Kinesiologie
Die begleitende Kinesiologie stellt keine Heilkunde dar und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Sie ist als Gesundheits- und Lebensberatung zu verstehen und dient nicht der Behandlung oder Heilung von Krankheiten.
Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Erkrankungen sollte in jedem Fall ein Arzt, Heilpraktiker oder Psychotherapeut hinzugezogen werden.
Während die begleitende Kinesiologie nach Ansicht vieler ganzheitlich orientierter Fachleute eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung unterstützen kann, ist ihre therapeutische Wirksamkeit wissenschaftlich nicht belegt. Für schulmedizinische Diagnosezwecke ist sie daher nicht geeignet.
